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Grenzen

Es hat etwas gedauert, bis ich mich entscheiden konnte, womit ich meine Blogseite fülle und womit ich beginne. Was ist der Kern? Worum geht es in meinem Leben und vielleicht auch in deinem?

Ich habe mir diese Frage schon öfter gestellt und sie hat mich immer weiter dahin gebracht, wo ich jetzt bin und wer ich jetzt bin. Es geht um GRENZEN!

Was bedeuten Grenzen für mich? Sie bedeuten mittlerweile die Chance zu wachsen! Das klingt wie ein Widerspruch und das war auch lange so. Ich habe mich aus meinen persönlichen Grenzen rausgearbeitet und es war harte Arbeit, nach Außen oft nicht sichtbar.

Aufgewachsen bin ich als „die Kleine“. Sehr behütet und mit dem Stempel „das muss geschützt werden, es ist sehr empfindlich“. Und das habe ich natürlich erstmal so angenommen. Fühlt sich ja auch gut an, behütet zu sein und zu merken, wie Steine für mich aus dem Weg geräumt werden. So bin ich diesem freigeräumten Weg also erstmal gefolgt durch die Kindheit, Jugend und ins Erwachsenenalter. Ich habe geheiratet, wurde Mutter von zwei Söhnen und richtete mich in einem Angestelltenverhältnis ein, in dem ich mich von Anfang an nicht "zuhause" fühlte. 

Mit knapp 30 Jahren spürte ich dann langsam und immer deutlicher, dass es Grenzen geben muss, die nicht meine sind und die sich zunehmend bedrohlich anfühlten. Die Tage waren eintönig und gleichzeitig anstrengend, der Energielevel nicht da, wo er sein sollte. Ich fühlte mich schon morgens wie aus dem Wasser gezogen, obwohl ich gerade erst aufgestanden war. Meine Körperspannung ähnelte den ganzen Tag einem gespannten Seil, Daueranspannung sozusagen. Nach Außen freundlich, zufrieden, angepasst. „Die Kleine“ halt, die weiß, dass es sich damit am besten Leben lässt. Irgendeiner wird die Steine schon wegrollen.

An diesem Punkt habe ich verstanden, dass diese Haltung nicht länger funktioniert. Ich habe verstanden, wie wichtig es ist, eigene Grenzen zu erforschen und diese gegebenenfalls zu überwinden. Verbindungen, besonders die zu den eigenen Eltern, zu hinterfragen und auf einer neuen, liebevollen Ebene zu gestalten. Selbstverantwortung zu übernehmen! 

Ich las noch mehr Bücher über Persönlichkeitsentwicklung, Entwicklung der eigenen Werte und Biografien von Menschen, die ihren Weg gefunden hatten, wie z. B. Byron Katie oder Eva-Maria Zurhorst. 

Und dann habe ich mich getraut in dem Bereich neu zu starten, der mich bis dahin weder erfüllt noch glücklich gemacht hat. Ich bin meiner Ausbilderin Katrin Marquardt begegnet, der ich bis heute sehr dankbar bin, und habe die entsprechenden Ausbildungen und Fortbildungen absolviert. Es fühlt sich bis heute an, als wenn mir die Inhalte wie auf den Leib geschneidert sind. Wie wenn du ein Kleid anziehst, dass extra für dich angefertigt wurde. 

Um all dies erleben zu dürfen, war und ist es erforderlich meine Grenzen immer wieder neu zu erfahren und zu definieren. Es mag sich noch so gut anfühlen, wenn uns zunächst Dinge abgenommen werden. Richtig erfüllend wird es, sobald wir uns selbst um die Gestaltung unseres Lebens kümmern. Mit allen Höhen und Tiefen. 

Das bedeutet, dass wir raus müssen, aus der Komfortzone in die Lernzone. Wir müssen uns ausprobieren, Konflikte in Kauf nehmen und für uns und unsere Werte einstehen. Für all dies können wir uns Unterstützung holen und uns begleiten lassen. Das kann bestärkend sein und den Prozess etwas beschleunigen. Und doch sind wir es, die durch die Bereitschaft den eigenen Weg zu gehen, permanent daran wachsen und uns immer mehr selbst-wert-schätzen. 

Gerade jetzt leben wir in einer Zeit, wo Grenzen so deutlich sind. Uns wird genau gesagt, was wir dürfen und was nicht. Mich triggert es nur noch sehr wenig, weil ich meine innere Freiheit gefunden habe. Die kann mir kein äußerer Umstand mehr nehmen. Ich halte daran fest. Es bedrückt mich jedoch, wie eingeschränkt und eingeengt manche Menschen leben oder sich leben lassen.

Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, immer wieder an und mit Grenzen zu arbeiten. An meinen eigenen und denen, die mir anvertraut werden.

Themen wie die Ablösung von den Eltern, die ganz entscheidend ist für das eigene Wachstum, Grenzen der Gesellschaft, Urteile und Maßstäbe unserer Umwelt, finden sich in diesem Bereich. Wie geht es dir mit deinen Grenzen? Sind es deine Grenzen, nach denen du lebst? Es lohnt sich genauer hinzusehen, denn eine Veränderung kann Freiheit bedeuten! 

 

Claudia Peitzner | Heilpraktikerin für Psychotherapie

Wir alle tragen die Möglichkeit und das Potenzial in uns, ein Leben zu gestalten, in dem wir uns selbst wertschätzen und wohlfühlen und uns immer mehr entdecken und entfalten können. Das ist meine feste Überzeugung.

Steine, die uns im Weg liegen, dienen oft dazu, noch klarer zu erkennen, wer wir sind, welche Wünsche wir haben und welche Kraft wir wirklich in uns tragen.

Diese Überzeugung begann sich bei mir zu festigen, als ich vor 12 Jahren das erste Mal mit Hypnose und Systemischer Therapie in Kontakt gekommen bin. Ich habe entdeckt, dass vieles veränderbar ist. Durch Mut, Geduld und Zuversicht kann ein Leben gestaltet werden, das den eigenen Wünschen entspricht. Es haben sich Türen geöffnet, von denen ich nicht vermutet hätte, dass es sie gibt.

Ich habe erfahren, dass es sich immer lohnt, offen zu sein: Für ungewöhnliche Gedanken, für neue Sichtweisen, für andere Wege, die Welt zu betrachten. Und so freue ich mich darauf, meinen Weg weiter zu gehen und immer wieder neuen interessanten Möglichkeiten zu begegnen.

Mein Wissen und meine Erfahrungen an meine Klienten weitergeben zu dürfen, erfüllt mich vollends. Es macht mein Leben komplett.

2017 habe ich die Überprüfung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie vor dem Gesundheitsamt abgelegt und im Folgejahr auch die Ausbildung zur Hypnosetherapeutin und Systemischen Einzel-, Paar- und Familientherapeutin erfolgreich abgeschlossen.

Ich lebe mit meinem Mann und meinen beiden Söhnen in Vierlanden. Hier wurde ich 1976 geboren und konnte mir 2018 den Wunsch der eigenen Praxis erfüllen.